Update Affiliate Agentur-Betrug?

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Update 21. Dezember 2011: Inzwischen sind die Provisionen nach meiner Einschätzung auch bei weiteren Neztwerken korrekt nachgebucht worden – zudem hat die Affiliate-Agentur 3995 Euro im Rahmen der Betrunkengutestun-Aktion von Marcus gespendet. Ich habe auch den Eindruck, dass die Agentur die Vorfälle absolut Ernst nimmt und verschiedene Massnahmen ergreift bzw. schon ergriffen hat, wie solche Vorfälle in Zukunft vermieden bzw. ausgeschlossen werden können. Somit ein sehr erfreulicher Abschluß für 2011!”

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Das Feedback auf den Artikel “Betrug bei Affiliate-Agentur(en)” war auch dank des tollen Artikels von Karsten in dem 100Partnerprogramme Blog sowie der Nennung auf deutsche-startups.de enorm. Ich habe zahlreiche Mails von Publishern bekommen, die konkrete Programme benannt haben, die in ihren Augen nicht sauber abgerechnet wurden. Zudem haben sich einige Affiliate-Agenturen gemeldet, die proaktiv mit dem Thema umgehen und mich gebeten haben, ihnen sofort Feedback zu geben, falls mir irgendwelche Ungereimtheiten bei von ihnen betreuten Programmen bekannt werden sollten.

Nach nun knapp 3 Wochen gibt es eigentlich 2 gute Nachrichten, jedoch auch eine in meinen Augen schlechte Nachricht. Zudem eine Bitte.

Die zwei guten Nachrichten:

1. Einige Affiliate-Agenturen scheinen nun die korrekte Buchung von Premium-Provisionen, Neukunden, etc zu überprüfen und haben bereits insbesondere vergangene Woche größere Nachbuchungen vorgenommen, die zum Teil ins Jahr 2009 zurückreichten. Ich habe auch noch eine Nachbuchung aus dem November 2009 erhalten, mit der ich mal definitiv gar nicht gerechnet hatte – im Affilinet-Nachrichtensystem poppte dann auch diese Mail auf (das konkrete Partnerprogramm habe ich rausgenommen) :

“bei einer Prüfung Ihrer Abrechnungen des Partnerprogramms sind uns vereinzelte fehlende Bonusbuchungen für bereits abgerechnete Monate aufgefallen. Diese haben wir Ihnen jetzt gutgeschrieben. Wir bitten vielmals diesen Fehler zu entschuldigen. Für die Zukunft werden wir eine zeitnahe Auszahlung aller Boni sicherstellen. Für Rückfragen und Erläuterungen zu Ihren Nachbuchungen stehen wir natürlich jederzeit gerne zur Verfügung.”

Insgesamt wurden nun meines Wissens nach bei 9 Programmen die entsprechenden Nachbuchungen vorgenommen (und Affilinet hat mir inzwischen bestätigt, dass diese auch tatsächlich nachgebucht wurden).

2. Der Geschäftsführer der im ersten Artikel zum Thema “beschuldigten” Agentur hat sich bei mir gemeldet und zu einem Meeting eingeladen, in dem wir zusammen mit der Agentur und Affilinet Lösungsvorschläge erarbeitet haben, wie solche Probleme in Zukunft vermieden werden können. Einige interessante Ideen hierzu gibt es nun, die wir in den nächsten Wochen evaluieren werden. Aber es wurde auch deutlich, dass gerade die Provisionsstaffeln ein sehr komplexes Thema sind. Und ich denke, es ist allen Beteiligten klar, dass hier entsprechend nun auch etwas unternommen werden muss.

Die schlechte Nachricht:

Wie ich oben geschrieben habe, haben sich bei mir viele Publisher und auch Affiliate-Agenturen gemeldet – jedoch hat sich mit Ausnahme von Adcell kein anderes Netzwerk bei mir proaktiv gemeldet. Zanox hatte nich nach meinem Post über “Zanox und die Kommunikation” letzte Woche angerufen und gemeint, (by the way: wenn ich Zanox richtig verstanden habe, werden die Sales, die via dem Agentur- bzw. Merchant-Cookie-Tracking noch nachvollzogen werden können, gutgeschrieben – für alle anderen Sales scheint es keine Kompensation zu geben …), sie würden auch schon diverse Abrechnungen kontrollieren – auf die Frage, warum sie nicht einfach bei mir anfragen, welche Programme wir bisher als “fehlerhaft” identifiziert haben, kam nicht wirklich eine Antwort ;-).

Aber von Tradedoubler, CJ, Webgains, Tradetracker, etc. kam keinerlei Nachfrage, welche Programme denn konkret betroffen seien. Für mich eigentlich absolut unverständlich, da in meinen Augen auch die Netzwerke – soweit möglich – dafür verantwortlich sein sollten, eine ordnungsgemäße Provisionsauszahlung sicherzustellen.

Meine Bitte:

Ich habe in die Analyse der Daten, die Kommunikation mit Affilinet, den Publishern, dem Verband, etc. viel Zeit investiert – und nachdem nun einige Publisher sich über einen vorweihnachtlichen Geldregen freuen können (insgesamt scheinen die Nachbuchungen einen sehr ordentlichen 5-stelligen Betrag auszumachen), würde ich mich freuen, wenn die Publisher nun einen Teil des “unerwartet” erhaltenen Geldes spenden würden.

Konkret würde ich die Münchner Tafel bzw das SEOsforCharity Projekt von Marcus Tandler “Betrunkengutestun.de” vorschlagen, bei dem wir sicher sein können, dass die Spenden einem tollen Zweck zukommen. Dazu einfach bitte mit dem Verweis “Betrunkengutestun” direkt an die München Tafel spenden Ich werde 10% des zusätzlichen Geldes (in meinem Fall 3500 Euro – macht eine Spende von 350 Euro) auf jeden Fall für München spenden. Bitte sendet auch kurz eine Mail an mediadonis (at) gmail.com, damit er von der Spende weiss :-). Alternativ freuen sich sicher auch die Komplizen, ein von mir unterstützes Projekt, über Eure Spenden.

Selbstverständlich habe ich auch schon die “betroffene Agentur” gebeten, als kleine “Wiedergutmachung” und “Entschuldigung” ebenso für eines der Projekte zu spenden (gerne auch anonym). Marcus wird sicher berichten, ob die Agentur dieser Bitte gefolgt ist ;-)

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admin

Kommentare

  1. Wow, das ist ja schon heftig und bei 9 betroffenen Programmen auch sicher alles andere als ein Einzelfall.

  2. Hallo Andreas,

    ich denke Du hast mit Deinem Artikel eine gute Aufklärungsarbeit für die gesamte Branche geleistet. Die Analyse des Problems war wichtig und gut, auch wenn Du hierzu einiges an Zeit investieren musstest.

    Ich bin mir sicher, dass dadurch alle Agenturen und Advertiser zukünftig auch etwas genauer darauf achten werden, wie eine optimale Publisherkommunikation ausschauen sollte und v.a. dass eine faire Vergütung der Partner einer der wichtigsten Aspekte ist.

    Daher freut es mich, dass Du nun zu Deinem Geld gekommen bist und ich finde es extrem lobenswert, dass Du es nun für einen wohltätigen Zwecke spendest, was ja auch nicht selbstverständlich ist.

    In diesem Sinne wünsche ich Dir noch eine schöne Vorweihnachtszeit.

    Schöne Grüße
    Markus

  3. Danke für das Update. Heisst das, dass Affiliates von den anderen Netzwerken nicht sicher sein können, dass sie das Geld auch bekommen?

  4. @ Tom: Die Frage kann ich leider nicht beantworten. Ich hoffe mal, dass sich auch von den anderen Netzwerken jemand der Sache annimmt und nach den betroffenen Programmen fragt.

  5. Aufgrund der vorliegenden Informationen sind auch einige Netzwerke, wie z.B. SuperClix, gar nicht betroffen, wird leider nicht erwähnt, sondern nur pauschal benannt. Könnte natürlich auch daran liegen, daß SuperClix nicht mehr jede Agentur aufnehmen…

    Falls Probleme auftauchen, einfach beim SuperClix-Support Kontakt aufnehmen, z.b. per email an superclix [AT] dmk-internet.com, wir gehen immer jedem Hinweis nach, so wie es auch bei anderen sein sollte.

    Viele Grüße und bleibe bitte weiterhin kritisch !

  6. Da bin ich ja mal gespannt wie die Sache weiter geht …

  7. Toll die Idee mit der Spende..! Und danke für’s “Aufdecken” so manch unsauberer Praxis, egal ob diese nun bewusst oder unbewusst getätigt wird.

  8. […] Hinweis: Es gibt ein Update zu dem Artikel […]

  9. […] Legende Jens, Xandi, uvm. Und natürlich auch einer anonym verbleibenden Affiliate-Agentur, die satte 3.985 Euro (!) extra gespendet hat, damit München noch in letzter Minute mit den Berlinern gleichziehen […]

  10. Ich würde mich freuen wenn man die schwarzen Schafe beim Namen nennen würde, dann könnte man auch einen großen Bogen drum machen. Auch wenn sich jetzt alles geklärt will ich nicht unbedingt für so eine Agentur “arbeiten”