Optimale Affiliate-Programmbeschreibung

Nachdem ich ja in den letzten Wochen zahlreiche Gespräche mit Publishern, Netzwerken, „Verbandsmenschen“ und Merchants geführt habe, habe ich mir mal Gedanken gemacht, wie eigentlich eine optimale und transparente Programmbeschreibung eines Affiliate-Programms aussehen könnte.

Bisher finden sich in der Programmbeschreibung in der Regel die folgenden Punkte

  • netter Marketingtext, warum der Shop so toll ist bzw. wie groß das Produktsortiment ist – teilweise auch Info zum durchschnittlichen Warenkorb bzw. der durchschnittlichen Provision pro Transaktion
  • Allgmeine Infos zu den Provisionen bzw. Staffeln
  • Ansprechpartner
  • Infos zur Cookie-Laufzeit (und evtl. z.B. bei Affilinet auch die Trackingmethode)
  • SEM Einschränkungen bzw, weitere AGB-relevante Infos (z.B. Gutscheines, etc.)

Bei Tradedoubler wird zusätzlich ein EPC (Earnings per Click) auf 7-Tage und 30-Tage Basis ausgewiesen. Damit soll gezeigt werden, mit welchen Umsätzen pro 100 Clicks der Publisher rechnen kann. In den FAQs von Tradeoubler heisst es:

„Dieser Bericht informiert Sie über Ihren EPC (Verdienst pro 100 Klicks) und dokumentiert Ihre Potentiale, Klicks in Konversionen umzuwandeln. Der Vergleich von Programmen auf der Basis des EPC versetzt Sie in die Lage, die Traffic-Struktur zu erkennen, die am besten funktioniert. Konzentrieren Sie sich auf die Programme mit dem höchsten EPC, da diese die höchste Provision generieren. Es gibt zwei Messungen: Den einwöchigen EPC, der Ihnen den Durchschnitt der Folgewoche zeigt und den Dreimonats-EPC, der Ihnen Angaben zu den durchschnittlich in den kommenden drei Monaten zu erwartenden Ergebnissen gibt. Der einwöchige EPC ist höher als der Dreimonats-EPC => Positiver Trend, bleiben Sie im Programm. Der einwöchige EPC ist niedriger als der Dreimonats-EPC => Ziehen Sie eine Änderung Ihrer Anzeigen in Erwägung oder verlassen Sie das Programm“

Allerdings scheint die Erhebnung der Zahlen auf einer geringen Datenbasis zu basieren oder es hat sich ein kleiner Bug eingeschlichen – ein EPC von 500 bei Tchibo (siehe Bild) würde bedeuten, dass der Publisher bei 100 Clicks 500 Euro Umsatz macht. Bei einer Tchibo-Sales Provision von 5 Euro CPO ergibt sich damit eine Conversion von 100% im Tchibo-Shop. Respekt – oder vielleicht sind es nur Eigenbestellungen der Affiliates 😉

Bei Zanox ist die Info zu dem Ad-Rank ganz interessant, der zeigen soll, welche Umsätze ein Programm via Zanox erzielt – allerdings werden da in meinen Augen zu viele Faktoren verrechnet, so dass es für den Publisher nur einen begrenzten Nutzwert hat. Folgende Tipps werden dem Advertiser gegeben, den AdRank zu erhöhen.

Wie sieht in meinen Augen die optimale Affiliate-Programmbeschreibung aus:

Die allgemeinen Infos sind – wie sie bisher veröffentlich werden – grundsätzlich sinnvoll, sollten jedoch um folgende Punkte ergänzt werden:

1. Ähnlich dem Adrank eine Info über die „Umsatzgröße“ des Merchants im Netzwerk – jedoch nur bezogen auf den Umsatz und nicht mit weiteren Faktoren verrechnet

2. Durchschnittliche Stornoquote sowie ein EPC (Earning per Click vor Storno)- dabei könnten bei Programmen, die auf verschiedenen Netzwerken angeboten werden, evtl. auch netzwerkspezifische Unterschiede/Trackingprobleme analysiert werden. Beide Größen müssten dabei automatisch vom Netzwerk eingespielt werden. Wenn die genauen Daten evtl. nicht veröffentlicht werden sollen, wären „Balken“ oder „Ranges“ sicher auch sehr hilfreich.

3. Postview (arbeitet der Merchant mit Postview-Publishern zusammen)

4. Infos zur Cookieweiche (kann ein Affiliate-Cookie von nicht-Affiliate-Cookies wie z.B. SEM oder Postview überschrieben werden, überschreibt ein SEO-Cookie einen Affiliate-Cookie, etc.). Das ist ein sehr komplexer Punkt, es sollten jedoch zumindest die wesentlichen Einstellungen kommuniziert werden.

5. Infos zum Retourenhandling – werden Teilstornos vergütet bzw. gibt es Einschränkungen hinsichtlich Vergütung (z.B. nur dann, wenn mindestens x % nicht retouniert werden)

6. Bewertungen von Publishern, die einen Mindestumsatz mit dem Programm machen. Das ist sicher ein sehr kritischer Punkt, aber hey Merchants, stellt Euch und Eure Affiliate-Agentur dem ehrlichen Feedback der Publisher. Damit werden Unregelmäßigkeiten wohl am schnellsten erkannt!

So, genug geschreiben – was meint Ihr dazu? Ich freue mich auf Euer Feedback.


admin

Kommentare

  1. Hallo Andreas,

    gute Vorschläge, das kann man nur unterstützen. „Unmögliche“ EPS-Werte fallen uns auch immer wieder auf. Hier sollte zusätzlich ein Wert angegeben werden, auf welcher Datenbasis die Zahl zustande kommt. Aber das wird reines Wunschdenken bleiben.

    Gruß
    Karsten

  2. 7. Durchschnittliche Freigabezeit: wie lange benötigt ein Merchant im Durchschnitt bis die Provision bearbeitet wird (Freigabe/Storno)

  3. Hi,

    man sollte bei dem EPC in jedem Fall die Selbstbestellungen der Affiliates berücksichtigen. Ich weiß aber auch nicht in wie weit man diesen Angaben trauen kann. Sicherlich sind die EPC Angaben bei vielen Partnerprogrammen seriös – in der Realität sieht aber vieles oft anders aus.

    LG Michael